Bezirksapostelhelfer Martin Rheinberger feierte am 14. Mai 2026 im Kirchenbezirk Ravensburg den Gottesdienst an Christi Himmelfahrt. In der Kirche in Lindau versammelten sich die Gemeindemitglieder, der Bezirkschor und das Bezirksorchester. In alle anderen Gemeinden wurde der Gottesdienst per Livestream übertragen.
Dem Dienen lag ein Bibelwort aus Johannes 16, Vers 28 zugrunde:
„Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.“
Die Lesung zum Feiertag stammte aus Markus 16, die Verse 14 bis 19.
Zu Beginn seines Dienens verwies Bezirksapostelhelfer Rheinberger auf die Lektion zu Himmelfahrt, die im neuen Lehrwerk für die Religionsschüler zu finden sei – ein Bild, das nur die abgehobenen Füße Jesu und Wolken zeige. Bei der Auswahl des Bildes habe man veranschaulichen wollen, dass es die Kraft Gottes brauche, um in diese andere Sphäre, in den Himmel zu kommen, einen anderen Status zu erlangen: „Himmelfahrt - Wir wollen unseren Platz am Tisch des Herrn einnehmen“, so wie es der Text der Lesung schildere. Damit dies gelingen könne, sollte man die „Herzens Härte“, den Starrsinn ablegen, z. B. die eigene Meinung darüber, wie die Kirche zu führen sei oder wie die Träger eines geistlichen Amtes zu predigen hätten. Lasst uns darauf schauen, wie Gott durch den Heiligen Geist seinen Willen offenbart und wie weit Gottes Liebe reicht“, so der Bezirksapostelhelfer.
Ebenfalls in der Lesung sei offensichtlich geworden, dass die Jünger – trotz ihres fehlerhaften Verhaltens – von Jesu in die Welt geschickt wurden und ihren Auftrag empfingen, das Evangelium zu verkünden. Auch unsere Aufgabe heute sei es, Christ zu sein. Jesu stellte in seinen Abschiedsreden nicht sein Wirken und seine „Erfolge“ in den Mittelpunkt, sondern er verwies nur auf seinen Vater. Er wusste, woher er kam und er wusste, wohin er ging, er bekannte sich als wahrer Gottes-Sohn. Auch wir sind Gotteskinder durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist und dieses Bewusstsein müsse auch zu etwas führen. Zum einen zur Feindesliebe (Matthäus 5,44), zum anderen auch zur richtigen Priorisierung unsere Ziele: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit […]“ (Matthäus 6, 33). Dies bedeute, im Leben nach Gottes Willen zu fragen und nicht danach, welchen Nutzen man selbst ziehen könne. Man möge das Wesen Jesu annehmen, als Menschen, die mitten in der Welt stehen, aber auch Christen sind.
„Christsein heißt Mensch sein“, zitierte Bezirksapostelhelfer Rheinberger Dietrich Bonhoeffer und erläuterte, man sollte wissen, dass man Gott brauche und nicht unmenschlich handeln. „Lasst uns Christen sein, die menschlich handeln, lasst uns fragen, ob unser Handeln dem Nächsten, der Gemeinde, der Kirche helfe.“
Jesu habe aber auch gewusst, wohin er auffahren würde, er ging zurück zum Vater. Auch wir haben eine Zukunft, eine Gewissheit: „Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ (1. Johannes 3,2). Wenn das so sei, könnten wir auch die Aufgabe im tausendjährigen Friedensreich erfüllen, denn dann können wir von Gottes Liebe „erzählen“, denn wir haben ihn gesehen.
Apostel Volker Keck wurde zu einem Predigtbeitrag gerufen.
Bezirksapostelhelfer Rheinberger stimmte die Gemeinde abschließend auch auf das Pfingstfest ein, man möge den Gottesdienst als etwas Persönliches erleben, als etwas, was auch mit der eigenen Gemeinde zu tun habe, in Dankbarkeit und Gewissheit, die Kirche Christi werde weitergeführt.
Kinder, Bezirksorchester, Bezirkschor und das Orgelspiel umrahmten den Gottesdienst vielfältig und stimmungsvoll.
Fotos: Bernd Lehne