Vom 02. bis 04. Oktober 2026 verbrachten die aktuellen und letztjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden des Kirchenbezirks Ravensburg mit ihren Lehrkräften drei intensive Tage auf dem Golm im Montafon (Österreich). Neben der Lage der Unterkunft auf 1 900 Metern über dem Meeresspiegel und dem trotz der Höhenlage wunderbar warmen Wetter trugen vor allem die tolle Stimmung und gute Laune der Teilnehmenden sowie ein ganz besonderer Hütten-Erntedank-Gottesdienst dazu bei, dass das Wochenende zu einem echten Höhepunkt wurde.
Freitag:
Bereits bei der Anfahrt war Pünktlichkeit gefragt, denn der Treffpunkt an der Talstation der Golmer-Bergbahn musste noch rechtzeitig vor Betriebsschluss erreicht werden. Gegen 16:00 Uhr trafen nach und nach die Fahrgemeinschaften aus den verschiedenen Ecken des Kirchenbezirks ein. Schon hier begann mit den herzlichen Begrüßungen ein ganz besonderes Wochenende. Unsere ortskundigen „Hütten-Eltern“ aus der Gemeinde Friedrichshafen sorgten dafür, dass alle sicher zur Skihütte des SC Buchhorn (Friedrichshafen) e. V. gelangten. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden samt Gepäck nutzten die Bergbahn, während sich die Lehrkräfte samt der Verpflegung für das gesamte Wochenende in den Bus der Hütten-Eltern quetschten. Über den abenteuerlichen Serpentinenweg erklommen sie die Höhen des Golms. An der Hütte angekommen, genossen wir zuerst die atemberaubende Aussicht und bezogen dann die Hütte samt Zimmern.
Nach den Willkommensworten, einem Gebet und den notwendigen organisatorischen Absprachen bereiteten die Hütteneltern zusammen mit einigen Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie Lehrkräften das Abendessen zu, während andere die Umgebung der Hütte erkundeten oder sich ein wenig entspannten. Mit leckeren Spaghetti mit Tomatensoße und Salat gesättigt, genoss man den anbrechenden Abend bei Gesellschaftsspielen im Aufenthaltsraum der Hütte. Bevor es in die Zimmer zur Nachtruhe ging, stand noch eine kurze Nachtwanderung zum „Sterne gucken” an. Diese wurde jedoch vom aufsteigenden Nebel aus dem Tal deutlich abgekürzt. Dank der für manche ungewohnten Höhenluft kehrte in den Zimmern bald Ruhe ein und alle erlebten eine geruhsame Nacht.
Samstag:
Die Ersten wurden bereits vor Sonnenaufgang wach und bewunderten dann doch noch den inzwischen wunderschön klaren Sternenhimmel. Als sich hinter den auf der anderen Talseite liegenden Bergen die beginnende Morgendämmerung ankündigte, kam so langsam Leben in die Hütte. Spätestens als die Sonne aufgegangen war, wurden auch die Letzten wach. Ein Team um die Hütteneltern bereitete ein riesiges Frühstücksbuffet vor, das keine Wünsche offenließ. Besonders die Nuss-Nougat-Creme hatte es den Konfirmanden angetan, denn sie wurde oft fingerdick auf die Brote gestrichen.
Nachdem sich jeder noch ein Vesper für den Mittag gerichtet und der Küchendienst seine Arbeit erledigt hatte, ging es um 10 Uhr los zur Wanderung. Zunächst dachte man, der Weg würde nach oben Richtung Gipfel führen, doch stattdessen ging es nach kurzer Zeit nur noch stetig bergab. Steil bergab! Auf der ersten Etappe kamen wir nur langsam voran, da so manches Spielgerät, wie z. B. der Wasserspielplatz, die Konfirmandinnen und Konfirmanden in seinen Bann zog. Die Etappe war durch mehrere kindgerechte Mitmachangebote sehr kurzweilig. Dagegen ging es bei der zweiten Etappe deutlich rasanter zu: Sechs 30 bis über 60 Meter lange Röhrenrutschen machten den Abstieg zur Talstation zu einem lustigen, für den einen oder anderen aber auch etwas aufregenden Nervenkitzel. Ein Tipp: Keine Jeanshosen zum Rutschen anziehen! Das mussten einige Lehrkräfte bitter erfahren, denn die Bremswirkung ist bei dieser Stoffart bemerkenswert! Unten an der Talstation angekommen, wurde am Stausee Rast gemacht. Besonders die älteren Knie und Hüften konnten sich beim nun wohlverdienten Vesper ein wenig erholen. Auf dem Rückweg schauten sich einige den Schauraum des Lünersee-Kraftwerks an, bevor es mit der Seilbahn wieder nach oben zur Hütte ging.
Nach einer Stärkung mit den von den Konfirmandinnen und Konfirmanden mitgebrachten, oft selbstgebackenen Kuchen hieß es, sich einmal mit etwas ernsterer Kost zu befassen. Trotz anfänglicher Müdigkeit erarbeiteten die Konfirmandinnen und Konfirmanden zusammen mit den Lehrkräften zwei Konfirmandenunterrichtseinheiten zu den Themen „Unser Gebet“ und „Gottesfurcht“. Erstaunlich war, mit welchem Tiefgang sich die Konfirmanden aktiv in diese Themen einbrachten!
In der Küche nebenan flossen zu dieser Zeit jedoch Tränen – zumindest bis die vielen Zwiebeln für die Käsespätzle geschält und geschnitten waren. Zusammen mit Salat waren diese der wohlverdiente kulinarische Höhepunkt nach diesem ereignisreichen Tag. Der Abend klang ohne großes Zutun der Lehrkräfte in gemütlichen Spielerunden aus.
Sonntag:
Zwar war der Himmel nicht mehr ganz so wolkenlos wie am Samstag, doch der Sonntag begann wieder sehr ruhig. Ohne groß dazu aufgefordert zu werden, fand sich das Küchenteam rechtzeitig zum Herrichten des Frühstücks ein. In gesprächiger Runde genossen wir die Brötchen mit dem reichhaltigen Belag. Nach dem Frühstück wurde der Raum für den Hüttengottesdienst hergerichtet.
Um 10 Uhr begann der Hütten-Erntedank-Gottesdienst, den unser Konfirmandenlehrer und Priester Michi durchführte. Durch die Mitarbeit der Konfirmandinnen und Konfirmanden bekam der Gottesdienst ein ganz besonderes Gepräge. Alle Konfirmandenlehrkräfte, die ein geistliches Amt tragen, wurden zum Mitdienen aufgerufen. So war es allen Anwesenden ein Anliegen, Gott für seine Schöpfung, sei sie irdischer oder geistlicher Natur, die an diesem Ort und an diesem Wochenende so ganz besonders zu erleben war, zu danken und ihn zu loben.
Nach dem Gottesdienst hieß es, die Taschen zu packen und die Zimmer zu räumen. Währenddessen gab das Küchenteam um die Hütteneltern nochmal alles und zauberte eine wohltuende Maultaschensuppe auf den Tisch. Wer aber dachte: „Jetzt geht es nach Hause“, hatte sich getäuscht. Denn die Hütte musste ja noch gereinigt und in den Ursprungszustand zurückversetzt werden. Dies übernahmen dankenswerterweise die Konfirmandenlehrkräfte. Für die Konfis hieß es plötzlich noch einmal: „Der Berg ruft!“ Es ging hinauf zum Gipfelkreuz des Golmer Jochs. Hier konnte die herrliche Aussicht auf die wunderbare Bergwelt des Montafons ein letztes Mal genossen werden.
Doch dann musste die Heimreise angetreten werden. Mit Seilbahn und Bus ging es wieder hinab ins Tal zu den Autos. Hier hieß es dann endgültig Abschied nehmen. Aber nur bis zum Wiedersehen bei einer der nächsten Konfirmandenstunden oder Jugendaktivitäten.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen der Konfirmanden-Hütte beigetragen haben!!!
Fotos: Timo Egger, Matthias Moser