Am Sonntag, dem 19. Februar 2017, freute sich die Gemeinde Friedrichshafen mit ihren Nachbargemeinden Fischbach und Markdorf über den Besuch von Bischof Jürgen Gründemann. Als Textgrundlage dienten Verse aus Römer 15 Vers 5 bis 7: „Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“
Der gemischte Chor der drei Gemeinden eröffnete mit dem Lied „Offen ist der Born der Gnade“, was Bischof Gründemann aufnahm und zur Offenheit für Jesu ermunterte: „Genieße doch das angebotene Heil, Jesus ist für uns da, suche ihn in deinem Leben!“
Dem Textwort folgend ergaben sich zwei Schwerpunkte in der Predigt: Die Ermunterung zum Einssein und der Appell an die Offenheit als Grundvoraussetzung für die Einheit. Einssein mit Christus und unserem Gott und Vater sei kein Ringen um einen Kompromiss, sondern komme aus dem Erleben der Herrlichkeit Gottes, so habe Jesus es im hohepriesterlichen Gebet (Johannes 17, 20-22) zugrunde gelegt: „Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind […].“
Wie erleben wir die Herrlichkeit Gottes?
Einssein in Christus könne auch bei aller Unterschiedlichkeit funktionieren, denn es gehe nicht um das Aufgeben von Traditionen (vgl. Römer 14), sondern darum den Nächsten so anzunehmen, wie Christus uns angenommen habe. Diese Offenheit dem Nächsten gegenüber verhindere Gedanken des Neides, Uneinigkeit wegen unterschiedlicher Meinungen oder Äußerlichkeiten. „Wenn wir aufhören zu bewerten, beginnen wir zu verstehen“, so Bischof Gründemann, der abschließend noch das Bild einer Gemeinde beschrieb, in der alle das Glaubensziel in den Mittelpunkt stellen und dementsprechend handeln und den Auftrag annehmen, das Evangelium zu verkündigen.
Für weitere Predigtbeiträge wurden Priester Bernd Lehne und Bezirksevangelist Thomas Reichle gerufen.
Nach der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahles endete der Gottesdienst, der auch vom Gemeindeorchester umrahmt wurde. Gerne verabschiedete sich Bischof Gründemann von den zahlreichen Gottesdienstbesuchern.