Die Gottesdienste für Entschlafene haben im neuapostolischen Kirchenjahr einen wichtigen Platz. Am Sonntag, dem 5. Juli 2026 feierte Bischof Jürgen Gründemann diesen Gottesdienst in Friedrichshafen, zusammen mit den eingeladenen Gemeinden Markdorf und Lindau. Evangelist Torsten Kowalski wurde in seinem Amtsauftrag für die Gemeinde Friedrichshafen bestätigt.
Der Predigt lag das Textwort aus 1. Petrus 4, Vers 6 zugrunde:
„Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise leben im Geist.“
Dem eröffnenden Lied des gemischten Chores (CM 140) entnahm Bischof Gründemann zwei Impulse: Es sei eine schöne, menschliche Vorstellung, dass alle Gott anbeten und ihn loben, aber es gebe manche Menschen – auch im Jenseits – die eine andere Gemütsverfassung hätten. Z. B. den Wunsch nach Rache oder Vergeltung. Man möge aber daran denken, dass wir anderes gelehrt seien, nämlich näher zu Jesu und damit zu seiner Gesinnung zu kommen. Bischof Gründemann dankte allen, die auch an diesem Morgen Seelen angesprochen haben, hereinzukommen, um am Tisch des Herrn Platz zu nehmen: „Jedes Gebet zählt“. Jesu habe in seinen Abschiedsreden auf seinen eigenen Tod hingewiesen, jedoch habe sein Tod die wahre Gottheit offenbart, habe er doch unmittelbar danach auch jenen gepredigt, die als wahre Sünder galten (vgl. 1. Petrus 3, 19ff). Dies enthalte auch eine Aufgabe für uns, nämlich die frohe Botschaft des Evangeliums zu verkündigen, dass der Tod besiegt sei. „ Achte darauf, was das Evangelium mit dir macht,“ so Bischof Gründemann, erlebe die Entfaltung der Sakramente und tauche ein in die Lebensgemeinschaft in Leib und Blut Christi.
Bezirksevangelist Dirk Bogen wies in seinem Predigtbeitrag auf einen Impuls des Bezirksapostels hin, der auf Korinther 15 verwiesen hat: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg.“ (1. Korinther 15, 54), es lasse sich erkennen, dass Jesu sich um jede Seele sorge und niemanden ausschließe.
Auch die schöne musikalische Gestaltung des Gottesdienstes mit Orgel, Orchester und Chor habe der Seele gutgetan, so Bischof Gründemann.
Fotos: Sophie Schlumberger