Bezirksapostel Michael Ehrich feierte in Lindau mit den eingeladenen Gemeinden Wangen, und Langenargen den Karfreitagsgottesdienst. Der Vorsteher der Gemeinde Lindau, Hirte Heinz Keck, wurde in den Ruhestand versetzt, Priester Stephan Fingerle wurde als Vorsteher der Gemeinde Lindau beauftragt und wird – bis zum 21. April 2024 – nach wie vor auch der Gemeinde Langenargen als Vorsteher dienen.
Als Predigtgrundlage dienten die Verse 42 und 43 aus Lukas 22:
„und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.“
Die Lesung zum Karfreitag stammte aus Johannes 19, die Verse 16 – 30.
Das eröffnende Lied der Sänger, „Ich sinke still und anbetend“ spiegele das Ansinnen des Karfreitagsgeschehens treffend wider, Stille und Anbetung mögen aber auch jeden Gottesdienst prägen. Im ersten Predigtteil wurden Symbolik und Bedeutung des Karfreitags in den Mittelpunkt gestellt: Jesus Tod am Kreuz sei in besonderer Weise schmerzhaft gewesen, weil er – neben den unsagbaren äußeren Schmerzen, auch das innere Leid, die Seelenschmerzen verspürt habe, da alle Sünden der Menschheit durch sein Opfer „bezahlt“ wurden. Dies übersteige unsere Vorstellungskraft, deshalb sei der Glaube notwendig, um diese Heilswirkung zu verspüren. Verschiedene Symbole prägten das Geschehen: Zum Beispiel bewirkte das Zerreißen des Vorhangs im Tempel, dass der Tempeldienst seine Bedeutung verloren habe, der Zugang zum Heil könne nur über Jesu selbst erlangt werden: „[…] niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Johannes 14, Vers 6). „Christus muss angenommen werden“, so Bezirksapostel Ehrich.
Die aktuelle Karfreitags-Botschaft ergebe sich auch dem vorgelesenen Textwort:
Zu weiteren Predigtbeiträgen wurden Hirte Heinz Keck, Bezirksvorsteher Gerhard Keck aus Kempten und Bezirksvorsteher Klaus Keck aus Memmingen gerufen. Für Heiterkeit sorgte der Hinweis des Bezirksapostels: „Ein Keck kommt selten allein.“
Der Höhepunkt des Gottesdienstes – die Feier des Heiligen Abendmahls – erhielt ein besonderes Gepräge der Stille. Das Lied zum Abendmahl wurde erst gesungen, nachdem alle Gottesdienstteilnehmenden die Hostie erhalten hatten. Bezirksapostel Ehrich feierte auch das Heilige Abendmahl für die Entschlafenen und legte die Hostien stellvertretend in die Hände von Hirte Heinz Keck und Bezirksvorsteher Thomas Reichle.
Anschließend wurde Hirte Heinz Keck in den Ruhestand versetzt. Über 45 Jahre diente er als Amtsträger und als Vorsteher in verschiedenen Gemeinden. Darüber hinaus war er „musikalisch“ auf vielfältige Weise und in vielen leitenden Aufgaben unterwegs. Bezirksapostel Ehrich würdigte den Hirten als „aktiven Menschen, der noch nicht in einen Ohrensessel“ passe, sondern bestimmt noch die eine oder andere unterstützende Tätigkeit finden werde. Vorbild sei Hirte Keck für ihn, da er bei allen vielfältigen Aufgaben immer auf Jesu geschaut habe.
Dem neu beauftragten Vorsteher für die Gemeinde Lindau, Priester Stephan Fingerle, dankte Bezirksapostel Ehrich für die Bereitschaft, die neuer Aufgabe anzunehmen, wenn man den Ruf Gottes annehme, komme auch die „Ausrüstung“ dazu von ihm.
Abschließend dankte Bezirksapostel Ehrich allen für die schöne Atmosphäre und die vielfältige, stimmungsvolle musikalische Begleitung des Gottesdienstes.
Fotos: Bernd Lehne