Die neuapostolische Gemeinde Tettnang gehört zum Kirchenbezirk Ravensburg, einem von 42 Bezirken im Gebiet der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland.
Die Anfänge der neuapostolischen Gemeinde Tettnang reichen in das Jahr 1912 zurück. Damals empfing die Familie Baptist Stohr aus Tettnang die Heilige Versiegelung in Ravensburg. Anfänglich wurden sie auch von Amtsträgern aus der Gemeinde Ravensburg betreut, die jeden Sonntag im Wohnhaus der Familie Stohr, in der Tobelstr. 43 Gottesdienste in Tettnang hielten.
In den ersten Jahren musste die Gemeinde oftmals die Räumlichkeiten wechseln, da diese entweder zu klein wurden oder die Vermieter die weitere Nutzung durch die Neuapostolische Kirche nichtmehr wünschten.
So fanden ab 1921 Gottesdienste in der Wohnung von Familie Heigel statt und ab 1923 im 2. Stock des Gasthauses Kreuz, in der Kirchstr. 10. Nachdem auch dieser Raum gekündigt wurde fanden im Jahre 1929 für ca. 6 Monate keine Gottesdienste in Tettnang statt. Dafür wurde die Gemeinde in Friedrichshafen aufgenommen.
Schließlich gelang es, die Wagnerwerkstatt in der Schöneckstr. 4 anzumieten, die der Gemeinde wieder eigene Gottesdienste in Tettnang ermöglichte.
1936 erfolgte dann der Umzug in den Möbellagerraum der Schreinerei Hagenmaier in der Hopfenstr.
Ein sehr wichtiges Datum in der Gemeindegeschichte war der 01.01.1949.
Dieser Tag begründet die Eigenständigkeit der Gemeinde Tettnang, die inzwischen 68 Mitglieder zählte, (45 Erwachsene und 23 Kinder) durch die Trennung von der Muttergemeinde Ravensburg. Vorsteher wurde Evangelist Schmalzried aus Bavendorf, der 1952 altershalber in den Ruhestand versetzt wurde.
Die Vorsteheraufgabe wurde Priester Jakob Heinzelmann übertragen, welcher 1953 zum Evangelisten ordiniert wurde. Die Gottesdienste fanden zu diesem Zeitpunkt noch immer in den gemieteten Räumlichkeiten statt. Eine Änderung war erst im Jahre 1955 in Sicht, als ein Grundstück in der Hopfenstraße 8 gekauft und darauf ein Kirchengebäude errichtet werden konnte. Die Einweihung durch Apostel Herrmann fand am 11.02.1956 zur großen Freude der Amtsträger und Geschwister statt. Nach einiger Zeit zeichnete sich jedoch ab, dass eine Erweiterung des Kirchengebäudes mit Nebenräumen sehr wünschenswert wäre. Durch den Zukauf eines angrenzenden Grundstücks konnte ab dem 08.06.1962 ein Anbau realisiert werden, welcher am 24.07.1963 durch Apostel Herrmann und Bischof Müller seiner Bestimmung übergeben wurde. Im Jahre 1977 wurde Evangelist Jakob Heinzelmann, nach 24 Jahren als Vorsteher der Gemeinde Tettnang, in den wohlverdienten Ruhrstand versetzt.
Die Mitglieder der Gemeinde bekamen nun Priester Werner Bullinger als neuen Vorsteher, der bis zu seiner Ruhesetzung am 01.05.1994 der Gemeinde in großem Segen diente. In diesen Jahren fanden besonders viele Aktivitäten, wie Ausflüge des Chors, der Senioren oder der ganzen Gemeinde, statt. Auch Kinder- und Jugendfreizeiten wurden angeboten und freudig genutzt.
Das lebendige Gemeindeleben verdeutlichte, dass das Kirchengebäude den zusätzlichen Bedürfnissen nach Unterrichtsräumen für Vorsonntags- und Sonntagsschule, Religions- und Konfirmandenunterricht, die teilweise parallel zum Gottesdienst angeboten werden sollten, nicht mehr entsprach. 1993 wurde zur großen Freude der Gemeinde ein Kirchenneubau auf dem vormaligen Parkplatz in der Hopfenstr. 8/1 umgesetzt. Das hatte den Vorteil, dass die Gottesdienste nahezu bis zur Fertigstellung der neuen Kirche in den bisherigen Räumlichkeiten stattfinden konnten. Am 18.09.1993 wurde das Richtfest für den Neubau gefeiert.
Die weitere Entwicklung und Pflege der Gemeinde wurde am 01.05.1994 in die Hände von Evangelist Werner Kirchner gelegt, der gleichzeitig noch die Gemeinde Langenargen verantwortlich führte.
Am 19.06.1994 wurde die neue Kirche durch Apostel Helmut Keck geweiht und dient seither unserer Gemeinde als Heimat. Am 23.12.2001 wurde Evangelist Werner Kirchner von der Leitung der Gemeinde Langenargen entlastet und war nun „ungeteilt“ in Tettnang aktiv - bis zu seiner Ruhesetzung am 21.12.2003.
Seit diesem Tag wird die Gemeinde von Priester Torsten Kowalski als Vorsteher betreut, der Ende 2008 das Evangelistenamt empfing.
Heute zählt die Gemeinde 57 aktive Mitglieder, davon 5 Kinder.
Die Gottesdienste werden durch Chorgesang und Orgel- oder Klavierspiel umrahmt. Sonntags finden je nach Möglichkeit Unterrichte für Vorsonntagsschüler und Sonntagsschüler in getrennten Gruppen statt. Religions- und Konfirmandenunterricht wird überregional im Gemeindeverbund mit den umliegenden Gemeinden Langenargen, Friedrichshafen und Markdorf durchgeführt.
Über die Jahre hat sich in unserer Gemeinde die schöne Tradition der Unterstützung der Tafel in Tettnang entwickelt. Immer wieder ergeben sich Möglichkeiten, diese so wichtige Einrichtung mit ihren ehrenamtlichen Helfern durch finanzielle Zuwendungen, auch aus dem Budget des kircheneigenen Hilfswerks, human aktiv, oder durch Sachspenden aus der Gemeinde, zu begünstigen.
Auch im Festgottesdienst zum 75-Jährigen-Jubiläum, am 2. Juni 2024, wurde eine Spende an den Vorsitzenden der Tafel, Klaus Nuber, übergeben.